An die Gemeinde - Martinsgemeinde Angermünde

Martinsgemeinde Angermünde
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An die Gemeinde
Jahreslosung 2022
Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Johannes, Kapitel 6, Vers 37

Monatslosung April 2022
Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.
Johannes 20, Vers 18 (Einheitsübersetzung)

Monatslosung Mai 2022
Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht.
3 Brief des Johannes, Vers 2


Liebe Glieder und Freunde der Martinsgemeinde Angermünde!
Liebe Leserin, lieber Leser!
Was sehen wir von Gott? Was können wir von ihm wahrnehmen? Viele Leute sage, weil ich Gott nicht sehen kann, deshalb gibt es ihn nicht. Oder deshalb kann ich nicht an ihn glauben. Aber eigentlich macht das ja keinen Sinn. Wenn ich etwas sehen kann, dann muss ich ja nicht an ihn glauben. Ist es so wie mit der Luft, mit die Liebe oder mit der Vernunft? Sie existieren, aber wir können sie nicht sehen. Was sehen wir von Gott? Manchmal ist es nur dunkel. Wir sehen das Kreuz, den Tod. Wir sehen Qual und Krieg, Vertreibung und Flucht, Zerstörung und Blutvergießen. Ist das Gott?
Christus offenbart sich im Kreuz, der Messias zeig sich im Leid. Theologia crucis nennen das die Theologen: Gotteslehre des Kreuzes. Im Leid, in der Trauer etwas von Gott erfahren und sehen? Das ist doch zynisch. Ich muss erst mich dem Leid aussetzen, erst Leid erfahren bis ich Gott erfahren kann? Das wäre schrecklich. Dennoch beschreibt es Paulus so: Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden, uns aber die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft (1 Korinther 1,18). Vielleicht müssen wir auch erst einmal alles aus der Hand legen, alle unsere Wörter schweigen lassen, dass Gott redet, dass Gott eingreift.
Maria Magdalena hat einiges gesehen. Sie hat gesehen, wie Jesus Christus am Kreuz gestorben ist. Sie war treu als für ihn sein letztes Stündchen geschlagen hat. Sie hat ausgehalten am Schandpfahl, am antiken Galgen. Wer ist dieser Jesus? Würden wir uns zu ihm bekennen, wenn sein Leben so schmachvoll zu Ende geht? Maria fragt nicht: War es ein Justizirrtum, war es ein Bauernopfer oder Kalkül der Hohenpriester und Schriftgelehrten: „Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe. (Joh 11,50) Maria Magdalena ist da und bleibt da. Und sie will auch selbst wissen, wie es weitergeht mit Jesus.
Wie geht es weiter mit der Kirche, mit dem Leben, mit dem Glauben? Machen wir uns mit Maria auf den Weg? Kommen wir in Bewegung, gehen wir dorthin, wo wir Jesus finden können.
Maria macht sich am Ostermorgen auf den Weg. Sie will ihren Herrn finden. Und so macht sie sich auf den Weg zum Friedhof. Auf dem Friedhof wundert sie sich: das Grab Jesu ist geöffnet und der Leichnam Jesu, den sie salben wollte, ist nicht mehr da. Das Grab ist leer.
Und als sie mit ihren verweinten Augen einen Mann wahrnimmt, kann sie nur glauben, es sei der Gärtner. „Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, dann will ich ihn holen.“ Spricht Jesus zu ihr: „Maria“.
Was sehen wir auf dem Bild? Ein Kreuz in einer Mauer oder einem Stein. Durch dieses Kreuz ist der Himmel zu sehen. Graue Wolken, ein Baum? Und dann der Schein der Sonne. Was sehen wir, wenn wir uns wie Maria auf den Weg machen? Sehen wir wie sie nur das Kreuz, den Schmerz, die Dunkelheit, das Blutvergießen, den Tod? Oder ist da doch ein Durchblick? Öffnet sich für uns unsere von Mauern und Steinen verbaute, verstellte Welt und gibt den Blick für den Himmel frei? Wird etwas Göttliches sichtbar, erfahrbar in unseren Kirchen, in unseren Gottesdiensten? Kommt etwas von der Ostersonne in unsere von Krieg und Blutvergießen, Krankheit und Tod getränkte Welt, in unser Leben?
Der eine kann es machen und macht es: Jesus. Er sprich. Er spricht uns an mit unserem Namen an. So vertraut, dass wir ihm trauen können auch mit Tränen in den Augen. Die erste Begegnung Marias mit dem auferstandenen Jesus endet da. Sie soll ihn noch nicht anfassen, berühren. Und dennoch hat sie ihn gesehen und wendet sich um, weg vom Friedhof hin zu seinen Freunden zu seinen Jüngern um ihnen das Unglaubliche anzusagen. Die Mauer, der Tod Jesu ist nicht das letzte. Sondern die Ostersonne, ihr Bekenntnis: Ich habe den auferstandenen Herrn gesehen! Und sie verkündigt alles, was er ihr gesagt hatte.
Was sehen wir von Gott? Was können wir wahrnehmen? Manchmal sind es nur Mauern, ist es nur der Tod. Manchmal bricht aber auch die Ostersonne hindurch. Kirche bleibt wie Maria bei dem, was sie erfahren hat. Kirche bleibt beim Wort Jesu. Das will sie weitersagen, verkündigen. Es klingt absurd, wie außerhalb von dieser Welt. Doch es gibt dieser Welt das Leben, das bleibt wahr und lebendig über den Tod hinaus.
Herzlich grüßt Ihr / Eurer Pastor
Kirsten Burghard Schröter

Hilfe zum Beten
„Gib Frieden, Herr, gib Frieden“
(nach der Melodie: Befiehl du deine Wege;ELKG Nr. 294)

  1. Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf.
    Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf.
    Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt.
    Wir rufen: Herr, wie lange? Hilf uns, die friedlos sind.

  2. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr.
    Es wird soviel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr.
    Die Horizonte grollen, der Glaube spinnt sich ein.
    Hilf, wenn wir weichen wollen, und lass uns nicht allein.

  3. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt.
    Du hast für uns gelitten, hast unsern Streit erwählt,
    damit wir leben können, in Ängsten und doch frei,
    und jedem Freude gönnten, wie feind er uns auch sei.

  4. Gib Frieden, Herr, gib Frieden: Denn trotzig und verzagt
    hat sich das Herz geschieden von dem, was Liebe sagt!
    Gib Mut zum Händereichen, zur Rede, die nicht lügt,
    und mach aus uns ein Zeichen dafür das Friede siegt.
Text: Jürgen Henkys (1980) 1983
Dieses Lied findet sich im Neuen Gesangbuch unter der Nummer: 673
Erstellt von T. Lamprecht
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