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Lesepredigt während der Corona-Krise

Martinsgemeinde Angermünde
Veröffentlicht von in Predigttext · 29 März 2020
Lesepredigt während der Coronakrise für den 5. Sonntag in der Passionszeit, Judika, 29. März 2020 für Freunde und Glieder der Martinsgemeinde Angermünde und der Missionsgemeinde Berlin-Marzahn:

Hebräer 13 Verse 12 bis 14
 
Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
 
Gebet:

In der Frühe suchen wir, Herr, dein Angesicht. Du lässt es Tag werden und erleuchtest mit der Sonne alle Welt. Wie die ganze Schöpfung sich nach dem Licht ausstreckt, um von den Strahlen der irdischen Sonne zu leben, so besiege durch Jesus Christus alle Finsternis in uns, damit wir in deinem Licht stehen und als Kinder des Tages leben. Amen

Text:
 
Liebe Schwestern in Christus, liebe Brüder im Herrn!
Zuversicht – das ist das Thema des Sonntags: Judika: Richte mich, ABER verwirf mich nicht. Woher soll diese Zuversicht kommen? Wie können wir uns da so sicher sein? Dass Gott mehr ist als ein „Heile-heile-Segen-Gott?
Dieser Gott begleitet uns. Und das nicht erst in der Krise, das nicht erst seit heute, sondern über Jahrhunderte, Jahrtausende. Und er ist sich und uns treu! Was er zusagt, das hält er gewiss. Doch es geht ihm nicht nur um die Vergangenheit, sondern um heute und um die Zukunft.
Und deshalb ist es gut, dass wir heute ein Wort aus dem Hebräerbrief hören und bedenken. Es ist ein Brief, der an Menschen erging, die im jüdischen Glauben und Denken zu Hause waren. Sie hatten die Fragen: ist der Gott des Alten Testaments derselbe Gott und Vater Jesu Christi? Können wir diesen alten Schriften trauen oder müssen sie jetzt komplett entfernt und ersetzt werden durch die neuen (Briefe und dem Evangelium Jesu)?
Und der Schreiber des Hebräerbriefes beruhigt und bestärkt: Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn (Hebräer Kapitel 1, Vers 1)
Dieser Jesus Christus ist kein Spinner, der mit seinen Ideen den Kopf verdreht hat und am Ende seine gerechte Strafe bekommen hat. Er ist kein Aussteiger, der zu recht wieder eingefangen wurde durch die religiöse und weltliche Justiz. Sondern er ist der wahre Hohepriester (Hebräer 4, 14-16), der sich selbst als das einmalige und allgenugsame Opfer hingibt, dass wir vor Gott in Gnaden sind.
Das war kein einfacher Weg. Wir hörten davon heute in der Epistel (Hebräer 5,7-9). Es war ein Kampf: Christus hat während seines irdischen Lebens Bitten und Flehen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden. Er hat Gehorsam gelernt und ist für alle, die ihm gehorsam sind, zum Urheber des ewigen Heils geworden.
Dieser Gehorsam zeigte sich darin, dass er sich und sein Leben als Lösegeld für viele gibt. So, wie es das heutige Evangelium ausdrückt (Markus 10,45)
Was heißt das nun für uns? In Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?
(Vergangenheit)
Das Alte Testament ist und bleibt wichtig, um zu verstehen, wer dieser Gott ist und wie er handelt. Er ist treu und gerecht. Gerade das Alte Testament zeigt uns,dass es sich Gott  it seinem Volk nie hat leicht gemacht. Er ist treu und hat es begleitet durch Höhen und Tiefen. Er hat mit Abraham, Isaak und Jakob eine Geschichte mit ihnen begonnen. Er hat sich aus ihnen sein Volk ersehen, das er lieb hat. Und er ist traurig über den Ungehorsam und straft im Gericht durch andere Völker. Dennoch sieht uns ersieht und verkündigt, dass er das Heil selbst bringen und wirken wird im angekündigten Messias, den Retter, den Christus.
Und dieser Christus ist gekommen im Jesus von Nazareth. Ja, er war anders als Menschen sich den Retter und Erlöser vorstellen. Er hat nicht aufbegehrt gegen die weltliche Macht, sondern gesagt: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist. Dieser Jesus hat sehr wohl die religiösen Führer hinterfragt. Und ebenso konnte er sagen zu einem, der sich auf das Doppelgebot der Liebe bezog: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.
Dieser Jesus ha das getan, was nie kein Mensch gedacht. Er hat gelitten draußen vor der dem Tor. - Wie damals zur Zeit der Wüstenwanderung. Da gab es die Stiftshütte draußen vor dem Lager. Dort war das Heiligste und das Allerheiligste mit der Bundeslade, in der die zwei steinernen Tafeln mit den zehn Geboten waren. Dort draußen vor dem Lager versahen die Priester ihren Dienst. Dort brachte damals schon der Hohepriester einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag (Jom Kippur) das Opfer dar. Er schlachtete ein Lamm und brachte das Blut in das Allerheiligste und bespritzte mit ihm den Altar. So taten es die Juden bis zur Zerstörung des Tempels auch in Jerusalem (bis 70 nach Christus) Christus ist der Hohepriester, der mit seinem Leiden und Sterben, mit seinem Lebensopfer, mit seinem Leib und Blut Versöhnung schaffte für sein Volk, für uns und alle, die an ihn glauben. „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.“ (Hebräerbrief 13, 12)
Was heißt das nun für die Gegenwart? Was heißt das für uns nun heute?
(V.13) So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.
Wie verhalten wir uns zu diesem Christus? Anerkennen wir ihn und sein Opfer? Sind wir in ähnlicher Weise, wie er seinem Vater gehorsam? Denn er sit es der vom Tod erretten kann. Einstimmen in Gottes Willen, erkennen, was er für uns heute Gehorsam im Glauben bedeutet. Von diesem Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat alles erwarten und mutig und getrost die Herausforderungen des Tages annehmen, das ist christliche Existenz heute, Glaube, heute.     
Und was heißt das für die Zukunft?
(V.14) Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.  
Aus diesem Leben hier auf der Erde nicht alles erwarten, diesem Leben  nicht alles unterordnen, sondern wissen, dass es eine zukünftige Stadt gibt: das neue Jerusalem, in dem es kein Leid, kein Schmerz, kein Geschrei gibt.
Zuversicht – das ist das Thema des Sonntags: Judika: Richte mich, ABER verwirf mich nicht. Diese Zuversicht kommt nicht aus uns selbst und unserer Kraft und unserem Krisenmanagment. Diese Zuversicht kommt von Gott, der uns begleitet. Und das nicht erst  seit heute, sondern über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg. Gott ist sich und uns treu! Was er zusagt, das hält er gewiss. So hat er in seinem Sohn Jesus Christus der Welt das heil gezeigt. Christus ist für uns gestorben, dass wir das Leben haben in Ewigkeit.
So lasst uns ihm treu bleiben mit ihm durch die Zeit gehen und von ihm die Ewigkeit erwarten. Amen.



Erstellt von T. Lamprecht
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